Artikel 12
Der Heilige Geist
Der Heilige Geist ist nicht eine unpersönliche Kraft, Energie oder ein Einfluss, sondern Er ist Gott, der Heilige Geist, die dritte Person der Gottheit1, der bereits seit der Schöpfung auf verschiedenste Weise auf Erden wirkte. Zu Pfingsten jedoch erschien Er in Vertretung für den Herrn Jesus Christus2, um in der Welt das Evangelium zu offenbaren und es an den Herzen von Menschen anzuwenden3.
Die Geistestaufe
Da alle Menschen „tot sind in ihren Sünden“4, können sie Christus nicht als ihren Erretter erkennen und annehmen5. Deshalb ergießt6 sich der Heilige Geist in die Auserwählten hinein, damit sie von neuem geboren (siehe „Wiedergeburt und wirksame Berufung“, Artikel 10) werden und sich bekehren.
Diesen Empfang der Gabe7 des Heiligen Geistes zur Errettung kann man im Gegensatz zur Wassertaufe des Johannes8 auch Geistes- oder Feuertaufe nennen. Denn wir werden durch den Heiligen Geist zu einem Leib getauft und mit einem Geist getränkt9, wodurch wir Glieder am Leib Christi geworden sind10. Eine davon noch zu unterscheidende Geistestaufe empfangen Christen wiederholt zur Ausrüstung für ihren Dienst11. Denn immer wieder sollen wir mit dem Heiligen Geist erfüllt werden und erfüllt sein12.
Die Innewohnung des Heiligen Geistes
Nachdem der Heilige Geist bei der Wiedergeburt das Herz eines Menschen erfüllt hat, bleibt Er in ihm13 und bewirkt anhaltend dessen charakterliche Veränderung in die Wesensart Christi hinein14, sodass ein solcher Mensch der Heiligung nachjagt, die Früchte des Geistes15 hervorbringt und schließlich durch denselben innewohnenden Heiligen Geist bis ans Ende beharrt16. Ohne diese bleibende innere Wirksamkeit des Heiligen Geistes kann niemand den Herrn sehen17.
Die Geistesgaben
Durch die Wiedergeburt ist jeder Glaubende ein Glied am Leibe Christi geworden18. Und so wie jedes Organ am natürlichen Körper Funktion und Aufgabe hat, so hat auch jeder Christ bei seiner Errettung – seiner Setzung gemäß19 – durch den Heiligen Geist Gaben zum Dienst empfangen.
Anhand von Beispiellisten20 zeigt uns die Bibel die unerschöpfliche Fülle der Gnadengaben (Charismen). Dabei gibt es Gaben zum praktischen (zum Beispiel Freigebigkeit, Hilfeleistung oder Verwaltung)21, zum geistlichen (zum Beispiel lehren, ermahnen oder das Wort der Weisheit haben)22 und auch zum zeichenhaften (zum Beispiel Wunderkräfte)23 Dienst. Alle sind sie ohne Unterschied Geistesgaben. Darum sind die aufsehenerregenden Zeichengaben nicht höher zu bewerten als die natürlich anmutenden Gaben des Geistes24. Weil zum Beispiel das Zungenreden den Beter lediglich selbst erbaut, gehört es ohne konkrete Auslegung nicht in die Versammlung25. Geistesgaben sind auch nicht der Erweis für besondere Qualifikation26, sondern sie nützen dem, der sie vorträgt, nichts, wenn ihre Quelle nicht die innewohnende Liebe Gottes ist27.
Da Geistesgaben zur Erbauung28 der Gemeinde da sind, soll sie dringend nach ihnen streben29 und unter Beachtung biblischer Ordnung30 diese auch anwenden. Der Heilige Geist jedoch ist es, der die Charismen nach Seinem Willen austeilt31.
Bibelstellen
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Apostelgeschichte 5,3-4; siehe auch „Der dreieinige Gott“, Artikel 2 ↩
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Johannes 16,7 ↩
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Johannes 16,8-13 ↩
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Epheser 2,1; 2,5 ↩
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1. Korinther 2,14 ↩
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Römer 5,5; Matthäus 3,11 ↩
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Apostelgeschichte 2,38 ↩
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Matthäus 3,11; Lukas 3,16 ↩
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1. Korinther 12,13 ↩
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1. Korinther 12,18 ↩
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Lukas 3,22; Lukas 4,1; Apostelgeschichte 1,8; 4,8; 7,55; 8,17; 9,17; 13,3-4; 19,6; Römer 15,19 ↩
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Epheser 5,18 ↩
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Johannes 14,17 ↩
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2. Korinther 3,18 ↩
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Galater 5,22 ↩
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Philipper 1,6; 1. Petrus 1,5 ↩
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Hebräer 12,14 ↩
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1. Korinther 12,27 ↩
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1. Korinther 12,18 ↩
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Römer 12,4-8; 1. Korinther 12,4-11+28-30; Epheser 4,7-12 ↩
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Römer 12,8; 1. Korinther 12,28 ↩
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Römer 12,7-8; 1. Korinther 12,8 ↩
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1. Korinther 12,10 ↩
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1. Korinther 14,19 ↩
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1. Korinther 14,27-28 ↩
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Matthäus 7,20-23 ↩
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1. Korinther 13,1-3 ↩
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1. Korinther 12,7; 14,26 ↩
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1. Korinther 14,12 ↩
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1. Korinther 14,32-33 ↩
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1. Korinther 12,11 ↩