Artikel 15
Die Rechtfertigung
Die Gerechtigkeit Gottes offenbart sich sowohl in Seinem Gesetz1 als auch in Seinem Sohn Jesus Christus2. Da wir das heilige und geistliche Gesetz Gottes wegen der Schwachheit unseres sündhaften Fleisches nicht erfüllen3 und wir deshalb unter Verdammnis stehen, hat Gott die Gerechtigkeit, die Er im Gesetz fordert, in Jesus Christus denen frei geschenkt4, die glauben. Uns werden dabei nicht unsere Werke und Verdienste und auch nicht irgendetwas, was in uns ist, als Gerechtigkeit angerechnet5, sondern die Gerechtigkeit schaffende Sühne, die Christus am Kreuz für unsere Sünden vollbracht hat6, und auch Sein vollkommener Gehorsam dem göttlichen Gesetz gegenüber7 werden uns als Gerechtigkeit angerechnet8, die vor Gott gilt. Das heißt, obwohl Christen noch sündigen9, gelten sie aufgrund dieses richterlichen Aktes Gottes, durch den ihnen unverdient die Gerechtigkeit Christi zugerechnet wird, als ein für allemal gerecht und unverklagbar10.
Diese Rechtfertigung ist allein ein Gnadenwerk Gottes11, die wir ausschließlich durch den Glauben12 erkennen, aufnehmen und festhalten können, wobei der Glaube kein verdienstvolles Werk13 des Menschen, sondern ebenfalls eine freie Gabe Gottes ist14.
Die in der Rechtfertigung gefundene Heilssicherheit versteht der wahrhaft Glaubende jedoch nicht als Decke für ein leichtfertiges Leben15, sondern als machtvollen Anlass, aus tiefster Dankbarkeit nach Gehorsam und praktischer Gerechtigkeit zu streben.
Bibelstellen
-
Psalm 119,142; Römer 7,12 ↩
-
Psalm 45,8; Römer 10,4; 1. Johannes 2,1; 1. Petrus 3,18 ↩
-
Römer 7,14 ↩
-
Römer 8,32 ↩
-
Römer 3,20; Galater 2,16 ↩
-
Römer 3,24; 5,9; 1. Johannes 1,7 ↩
-
Jesaja 53,9; Matthäus 5,17; Johannes 8,46; Hebräer 4,15; 1. Johannes 3,5 ↩
-
Römer 5,19; 1. Korinther 1,30-31 ↩
-
1. Johannes 1,8-10 ↩
-
Römer 8,1; Römer 8,33; 1. Korinther 6,11 ↩
-
Römer 4,5; 8,33 ↩
-
Römer 1,17; 3,22; Galater 2,16; 3,6; Philipper 3,9; Hebräer 10,38 ↩
-
Römer 3,24 ↩
-
Johannes 6,29; Epheser 2,8-9 ↩
-
Römer 3,8; Galater 2,17-18 ↩